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Regionalbahnen: Revitalisierung statt Abstellgleis



Gewessler/Matthä/Kapsch: Wirtschaftliche Regionalbahnen Rückgrat des flächendeckenden klimafreundlichen Verkehrs in den Regionen


Bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz des Verbands der Bahnindustrie gaben Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä und VBI-Präsident Kari Kapsch Einblicke in die Möglichkeiten, Vorhaben und Initiativen hinsichtlich der Zukunft der heimischen Regionalbahnen, wie Regionalbahnen als wichtige Zubringer zu den Hauptstrecken attraktiviert werden können und welchen Einfluss sie auf die Regionalentwicklung und den flächendeckenden klimafreundlichen Verkehr in Österreich haben – mit einem klaren Bekenntnis zu mehr Schienenverkehr in den Regionen.

 

Regionalbahnen für den Personen- und Güterverkehr stellen wirtschaftlich und ökologisch wichtige Verkehrs- und Mobilitätsflüsse in den Regionen abseits der Hauptstrecken dar. Als klimafreundliche Zubringer sorgen sie für mehr Auslastung auf den Hauptstrecken. Nach dem massiven Rückbau von Regionalstrecken in den vergangenen Jahrzehnten, gewinnt ihr Stellenwert mit der Verpflichtung zur Reduktion von Emissionen im Verkehrssektor, wieder an Bedeutung.

Gewessler: Flächendeckender klimafreundlicher Verkehr ohne Regionalbahnen nicht denkbar
Revitalisierungen von Regional- und Anschlussbahnen werden vorangetrieben, um wieder mehr Fahrgäste und Güter auf die Schiene zu bringen. Zudem führt mit Blick auf die Klimaziele in Österreich und Europa, kein Weg an der Revitalisierung und Modernisierung von Regionalstrecken für den Personen-, aber auch für den Güterverkehr vorbei, wie Klimaschutzministerin Leonore Gewessler erklärt: „Die Klimakrise ist die große Herausforderung unserer Zeit. Im Kampf gegen die Klimakrise müssen wir unsere Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, neu denken und unser Verkehrssystem vom Kopf auf die Füße stellen. Regionalbahnen sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie sind das Rückgrat für den klimafreundlichen Verkehr in unseren Regionen, bringen die Menschen von den Hauptverkehrsstrecken nach Hause. Deshalb investieren wir in den kommenden fünf Jahren über den ÖBB Rahmenplan hinaus weitere 40 Millionen Euro in Stadtregionalbahnen und rund eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau der Privatregionalbahnen. Damit machen wir uns auf einen guten Weg für mehr Öffis und mehr Klimaschutz. Diese Investitionen sorgen auch für sichere Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unseren Regionen“, so Gewessler.

Matthä: Anschlussbahnen erhalten und noch stärker fördern
Auch in den Planungen der ÖBB für die Zukunft spielen Regionalbahnen eine wesentliche Rolle. Deshalb werden bei den Bundesbahnen in den kommenden Jahren beträchtliche Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau von Regionalbahnen sowie deren Infrastruktur fließen, wie ÖBB CEO Andreas Matthä betont: „Regionalbahnen sind ein elementarer Bestandteil des System Bahn in Österreich und wichtiger Zubringer für das gesamte Netz für den Personen- und Güterverkehr. Für unsere Industrie ist eine Bahn-Durchbindung von den Häfen bis direkt ins Werk essenziell. Daher müssen Anschlussbahnen erhalten, und neue stärker gefördert werden“. Die ÖBB bekennen sich zu den Regionalbahnen: „Wir investieren in den kommenden Jahren rund 1,9 Milliarden Euro. Damit werden Strecken ausgebaut und die umweltfreundliche Elektrifizierung von Strecken finanziert, sowie Bahnhöfe und Haltestellen modernisiert“, so Matthä.

Kapsch: Digitalisierung wichtiger Schlüssel für Modernisierung der Regionalbahnen
Kari Kapsch, Präsident des Verbands der Bahnindustrie, hob das klare Bekenntnis der Bundesregierung für mehr Verkehr auf der Schiene in den nächsten Jahren, das auch im Bereich der Regionalbahnen erheblichen Niederschlag finden wird, hervor. „Die in den nächsten Jahren geplanten Investitionen auch im Bereich der Regionalbahnen, sind nicht nur mit Blick auf die Bewältigung des Klimawandels wichtig und richtig, sondern sind gerade auch nach der Corona-Pandemie dringend notwendig, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die dadurch ausgelöste Wertschöpfung darf aber nicht in Drittstaaten abwandern, sondern die Investitionen müssen auch bei den heimischen und europäischen Unternehmen ankommen. Dafür benötigen wir Vergabemodalitäten, die die regionale Wertschöpfung begünstigen“, so Kapsch.

Hinsichtlich der Modernisierung und Attraktivierung von Regionalbahnen sieht Kapsch erhebliches Potential in der durch die Digitalisierung möglichen neuen Innovationen. Hier spielt die Bahnindustrie eine wichtige Rolle, so Kapsch: „Die Digitalisierung bietet die Grundlage, um die Kapazitäten auf den bestehenden Strecken wesentlich zu steigern. Die Unternehmen der Bahnindustrie arbeiten beispielsweise gemeinsam mit den ÖBB an vielen Pilotprojekten, um dichtere Zugsfolgen, kürzere Taktungen und genaues Tracking von Zügen zu realisieren. Solche Innovationen braucht es dringend, damit die Bahn auch in den Regionen gegenüber der Straße konkurrenzfähig bleibt bzw. wird, gerade wenn es um den Güterverkehr geht.“ Darüber hinaus gibt es laut Kapsch von vielen kleineren Betreibern den Wunsch, künftig noch intensiver mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um innovative Lösungen für Nebenstrecken auf die Schiene zu bekommen. Als Komplettanbieter, der alles fertigt, was das System Bahn benötigt, sieht Kapsch die Bahnindustrie als wichtigen Partner der heimischen Regionalbahnen, der durch moderne Fertigungstechniken, eine geeignete Materialauswahl und intelligente Steuerungstechnik, auch einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit klimafreundlicher Mobilität in den Regionen leistet.

 

Fotogalerie Jahresempfang der Bahnindustrie 2021

 

Fotogalerie Jahrespressekonferenz Verband der Bahnindustrie 15. Juni 2021